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| Zeitliche Epochen werden definiert durch besondere Merkmale wie religiöse oder gesellschaftliche und kulturelle Gemeinsamkeiten in einem gegebenen Zeitabschnitt. Einzelne Epochen können abhängig von der Region unterschiedlich lang, im historischen Kontext unterschiedlich angesiedelt sein und verschiedene Ausprägungen haben.
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Hinsichtlich einer kunstgeschichtlichen Betrachtung stellt die Epoche oder der Stil eine eher allgemeine Möglichkeit zur Kategorisierung der Vielzahl künstlerischer Aktivitäten innerhalb des zeitlichen Zusammenhanges dar. Epochen werden seit dem 19. Jhd. in Früh-, Hoch- Spätphasen und dazu noch in landschaftlich/örtliche Sonderformen unterteilt.
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| Stil |
Deutschland |
Italien |
England |
Frankreich |
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| Romanik |
1000 - 1250 |
1000 - 1250 |
1000 - 1200 |
1000 - 1150 |
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Die Romanik ist der erste wahrhaft monumentale Baustil seit dem Ende der Antike mit dem Untergang Roms im 6. Jahrhundert - in ihm erscheint das christliche Abendland zum ersten Mal architektonisch als Einheit. Typisch für die romanische Baukunst sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern mit kleinen Fenstern sowie Würfelkapitelle auf den Säulen. In frühromanischer Zeit finden sich flache Kassettendecken, später dann Kreuzgratgewölbe. In der bildenden Kunst herrschen Wandmalereien und fast durchweg Reliefplastiken vor - selbst bei freistehenden Figuren ist zu erkennen, dass sie aus der Ebene als Architekturplastik entwickelt sind.
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| Gotik |
1250 - 1525 |
1250 - 1425 |
1200 - 1480 |
1150 - 1500 |
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Der selbständigste Stil des Abendlandes nach der Antike. Den Kirchenbau steigert ein neues Raumgefühl zu mächtiger Höhe - der Innenraum wird als Raumeinheit und nicht mehr, wie in der Romanik, als Summe einzelner Räume empfunden. Dem Streben des Bauwerks in die Höhe dient im Innern das Kreuzrippengewölbe: Die Kreuzrippe trägt das Gewölbe und leitet den Gewölbedruck zu den Pfeilern, die durch das nach außen verlegte Strebewerk von Strebebögen und Strebepfeilern gestützt werden. Der Skulptur bietet der gotische Kirchenbau die Aufgabe, an den sich immer reicher entwickelnden Portalen den ganzen Heilskosmos in Standbildern und Reliefs darzustellen, wobei die architekturgebundene Plastik sich aus ihrer anfänglichen Starre zu lösen beginnt und beispielsweise durch den "gotischen Schwung" der Gewänder einer gewissen Bewegungsfreiheit zustrebt.
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| Tudor |
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1480 - 1555 |
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Unter den Tudors bis zum Regierungsantritt der Königin Elisabeth 1558 vorherrschender, stark ornamentaler Stil in der englischen Kunst - kennzeichnend für ihn sind Tudorblatt und Tudorbogen.
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| Renaissance |
1525 - 1635 |
1425 - 1575 |
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1500 - 1625 |
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Die Zeit der Ausbildung neuer, an der Antike orientierter Kulturinhalte und der Loslösung aus der mittelalterlichen Eingebundenheit in die kirchliche und feudale Ordnung. Der aus dem blühenden Handel entstandene Reichtum führt zu verfeinertem, an die Spätantike erinnernden Lebensgenuss. Die Dekoration der Wohnräume z.B. mit Einführung der Tapete, der raffinierte Tafelluxus und die prächtige Kleidung aus Brokat und Samt sind Zeugnisse des Zeitgeistes. Die geistige Grundlage der Renaissance ist der Humanismus. In Malerei und Plastik verbreitet sich die neue Vorstellung von der Würde des Menschen - vom Portrait mit physiognomischen Merkmalen in klassischen Proportionen. In der Architektur werden Kirchen nicht mehr aus einzelnen Jochen errichtet, sondern in großen Raumkuben komponiert, deren Vierungen mit Kuppeln eingewölbt werden.
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| Barock |
1635 - 1730 |
1575 - 1730 |
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1625 - 1650 |
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Die Hauptkennzeichen barocken Baustils sind starke Bewegtheit in geschwungenen Formen, Unterordnung aller Einzelglieder unter das Ganze, Betonung der Kraft und der Spannung, gebrochene Giebel, reiches Schmuckwerk und malerische Gestaltung der Innenräume, die ein festliches Raumgefühl hervorrufen. Das Barock ist das große Zeitalter der Stadtbaukunst - ganze Stadtanlagen werden nach großen Achsen hin orientiert. Für die Bildhauerkunst ist die freie und malerische, stark bewegte Art der Gestaltung kennzeichnend - reiche Gestik veranschaulicht die beabsichtigte Dramatik der in vollendeter Marmorbearbeitung glänzenden, üppigen Körper. In der Malerei treten neben religiösen Bildern weltliche Darstellungen wie Genrebilder und Landschaften stärker hervor. Kennzeichnend für den Barockstil insgesamt ist der Hang zur Übersteigerung und zu kühner Bildhaftigkeit.
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| Rokoko |
1730 - 1775 |
1730 - 1765 |
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Leitmotiv der Rokoko Dekoration ist die Rocaille, ein Ornament, welches im Rahmen der Groteskendekoration bildhaft eingesetzt wird und auf asymmetrisch manieristisches Rollwerk sowie barockes italienisches Muschelwerk zurückgeht. Da das Rokoko in erster Linie Dekorationsstil ist, erhalten die Kunstgattungen dekorativen Charakter - Größe und Pathos des Barock weichen dem Gefälligen, aus sich selbst Schönen. Helle, intime Räume und Kabinette verdrängen die düsteren barocken Säle. Das Kunsthandwerk des Rokoko verbindet Züge der hohen Kunst mit serieller Produktion, z.B. im neuentdeckten Porzellan.
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| Chippendale |
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1730 - 1780 |
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Nach Thomas Chippendale benannter Möbelstil, in dem hauptsächlich Sitz- und Schreibmöbel, bevorzugt aus Mahagoni in Verbindung mit anderen Edelhölzern, die leichten Formen des Rokokos und Ostasiens sowie Gesichtspunkte der Zweckmäßigkeit charakteristisch vereinen.
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| Louis XVI |
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1760 - 1790 |
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Bildet den Übergang zwischen Rokoko und Klassizismus. Abstrakte Gestaltungen werden durch naturalistische Formen wie Girlanden und Bänder, klassizistische Ornamente und Attribute der Künste und Wissenschaften ersetzt. Die Beine der Möbel sind nicht mehr geschwungen, wie bei den letzten Stilepochen, sondern gerade, mit rundem Querschnitt.
Eine besondere Entwicklung ist der Louis-seize Stuhl, bei dem die Beine mit einer Auskehlung versehen sind.
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| Klassizismus |
1750 - 1830 |
1720 - 1830 |
1770 - 1830 |
1750 - 1830 |
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Die schulmäßige Nachahmung klassischer Muster und Regeln - oft auch Neo-Klassizismus genannt zur Unterscheidung von klassizistischen Strömungen innerhalb früherer Stilepochen. In Gegenbewegung zu Barock und Rokoko erscheint die Antike nun für edle Einfalt und stille Größe in neuer Sicht als Ideal. Die Architektur erstrebt klar gegliederte, oft rein stereometrische Körper. Antike Vorbilder werden nicht kopiert, sondern einzelne Motive als Zeichen einer neuen Gesinnung und zur Vermeidung bloßer Formnachahmung wieder verwendet.
Skizze links: Piano von Robert Adam für Katharina die Große, vor 1792.
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| Empire |
1800 - 1810 |
1800 - 1825 |
1804 - 1815 |
1804 - 1815 |
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Besonders Mobiliar und Innendekoration umfassende Stilrichtung innerhalb des Klassizismus, die stark an den Personenkult um Napoleon I. gebunden ist und altrömische und altägyptische Elemente aufnahm, die gerade Linie, das Strenge und Feierliche suchend.
Skizze links: Thron Napoleon Bonapartes, Fontainebleau, ca. 1805.
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| Biedermeier |
1815 - 1845 |
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Das Wunschbild bürgerlichen Daseins im Zeichen von Geborgenheit und Ruhe als Inbegriff idealer Wohnkultur. Die vordergründige Harmonie steht allerdings vor einem höchst konfliktreichen Hintergrund und diese Zeit erweist sich als ein geschichtliches Spannungsfeld.
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| Historismus |
1850 - 1895 |
1850 - 1895 |
1840 - 1885 |
1820 - 1895 |
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Der Versuch, die geistigen und sittlichen Vorstellungen vergangener, möglichst heroischer Epochen besonders architektonisch in die neuen Bauten wie Museen, Denkmäler und Staatsarchitektur zu integrieren.
Skizze links: Neugotische Anrichte von Loudon.
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| Jugendstil |
1895 - 1905 |
1895 - 1905 |
1883 - 1905 |
1895 - 1905 |
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In der antihistorischen, individualistischen und kunsthandwerklichen Einstellung des Jugenstils liegen unverkennbar die geistigen Grundlagen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Bruch mit den Nachahmungen historischer Stile führt trotz seiner Kurzlebigkeit eine Stilwende im Kunsthandwerk herbei. Seinen Ursprung hat der Jugendstil in der englischen "Arts and Crafts" Bewegung.
Skizze links: Stuhl von Charles Voysey, 1896.
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Sehr gute Seite für eine detaillierte Stichwortsuche: www.beyars.com/kunstlexikon
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